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Rapid Prototyping - Druck dein Haus doch einfach aus
"Das ist ein Aufbruch in neue Welten", sagte Tim O`Reilley kürzlich im Interview mit Spiegel-Online. Die Rede ist von rapid prototyping mit Druckern, die Entwürfe mit Hilfe ausgeklügelter Soft- und Hadwarekomponenten in dreidimensionale Objekte verwandeln.
Doch lassen wir zunächst den Fachmann zu Wort kommen. Joachim W. Hamann ist Assistent der Geschäftsführung der RT Reprotechnik.de GmbH mit Sitz in Leipzig. "In der Tat hört es sich ein wenig wie Science Fiction an (…) Der 3-D Druck funktioniert wie folgt: Ein Kunde (privat oder geschäftlich) sendet oder übergibt uns sog. 3-D Daten eines Modells, Avatars, Figur, Objekt oder seiner viruellen Idee, welche er mit einem gängigen 3-D Programm auf seinem Computer kreiert/ designed hat. Wir übertragen diese Daten auf unseren 3-D Drucker und dort wird das Objekt dann schichtweise mit einer Art Gipspulver aufgebaut. Das Spannende dabei ist, dass bis zu 16,7 Mio. Farben darstellbar sind. Das Objekt/ der Gegenstand kommt vollständig farbig aus dem Drucker. Somit sind also der Kreativwelt kaum noch Grenzen gesetzt. Ideen zum Anfassen werden real." Für Museen hat RT Reprotechnik bereits verschiedene Büsten, Köpfe und ganze historische Persönlichkeiten gedruckt, für medizinische Einrichtungen Organe und Knochen sowie für Architekten Objekte und Häuser. Designern bietet RT Reprotechnik eine eigene Plattform namens rapidobject.com. Dort kann jeder seine eigene Gallerie/ Shop einrichten und alle seine Ideen öffentlich oder nicht-öffentlich zugänglich machen, verkaufen oder voten. Der Preis pro Kubikzentimeter verbautes 3D-Druck-Material liegt derzeit bei ca. 1,90 Euro, wobei für den Gesamtpreis Faktoren wie "massiv oder hohl" eine Rolle spielen. Auf der diesjährigen Internationalen Möbelmesse imm Cologne stellte Hamann mit rapidobject.com das 3D Prototyping einem breiten Publikum vor. Mit großem Erfolg, wie er sagt: "Die Resonanz auf der IMM Cologne war vor allem aufgrund unserer Präsentation mit designspotter überwältigend. Viele Designer und Kreativköpfe waren beeindruckt von unserer web 2.0 basierten 3-D Druck-Plattform rapidobject.com und nutzen diese bereits." Rapid Prototyping bereitet einer weiteren hoch innovativen Technik den Weg: Rapid Manufacturing. Während RP sich zunächst auf Einzeldrucke konzentriert, geht RM einen Schritt weiter. In Zukunft werden Kleinserien bis zu 25.000 Stück möglich sein."Sicherlich geht der technologische Fortschritt rapide vorwärts. In Zukunft sind sicherlich solche Serien reproduzierbar. Allerdings liegen wir dabei noch in einem sehr hochpreisigem Bereich. Kleinserien bis zu 1000 Stück sind derzeit gut möglich. Ich denke allerdings, dass es heute noch viel interessanter ist, sein individuelles Objekt on demand - also ab Auflage 1 - zu drucken", sagt Hamann. Auf den privaten Lebensbereich bezogen, ist das Ziel von RM einen so genannten "persönlichen Fabrikatoren"zu fertigen. Erinnert Sie das nicht auch an den "Replikator" des Raumschiffs Enterprise? Der "persönliche Fabrikator" soll die Zahl der permanent vorgehaltenen Haushaltsgegenstände, mit denen wir uns heute noch umgeben und den Wohnraum zukleistern, auf ein Minimum reduzieren. Anstelle der Raum einnehmenden Gegenstände soll der digitale, computergesteuerte und weitgehend virtuelle Designtransfer treten. Die Dinge halten sich nach Vorstellung von Vordenkern des hoch renommierten MIT die meiste Zeit allein im Rechner auf. Sie werden nur dann "ausgedruckt", also in eine feste Form überführt, wenn wir sie wirklich gerade brauchen. Danach "verschwinden" sie genauso schnell wieder, indem nur noch die Rohstoffe übrig bleiben. Könnte rapid manufacturing der Vorreiter eines neuen ökonomischen und ökologischen Bewusstseins werden? Gerade in Hinblick auf die aktuelle Klimadiskussion und den Raubbau an natürlichen Ressourcen sollten wir diese spannende Entwicklung im Auge behalten. |
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